Motorrad-Tacho

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Was ist ein GPS-Tacho fürs Motorrad?

Motorrad-Tachos gehören zu den optimistischsten Instrumenten im Straßenverkehr. Eine Voreilung von bis zu 10 % ist völlig normal und gesetzlich erlaubt. Diese Seite zeigt dir dein tatsächliches Tempo auf einer Skala bis 300 km/h – inklusive 0–100-Messung und berechneter Schräglage.

Warum eilen Motorrad-Tachos so stark vor?

Es gilt dieselbe Regel wie beim Auto: Der Tacho darf niemals zu wenig anzeigen, aber bis zu 10 % plus 4 km/h zu viel. Bei Motorrädern schöpfen Hersteller diesen Spielraum besonders stark aus – aus guten mechanischen Gründen.

Das Tempo wird meist am Vorderrad oder Getriebeausgang abgegriffen, und beide Systeme reagieren empfindlicher als beim Pkw. Änderst du die Übersetzung mit einem anderen Kettenrad oder Ritzel, stimmt die Getriebemessung nicht mehr. Ein höherer Hinterreifen verändert den Abrollumfang prozentual viel stärke als am Auto. Zudem ist ein Motorradreifen rund geformt: In Schräglage schrumpft sein effektiver Radius. Je schräger du fährst, desto weiter weicht der Tacho ab.

7 bis 10 % Voreilung sind bei modernen Motorrädern völlig normal. Dein Tacho zeigt 100 km/h, diese Seite aber 91 km/h? Beide funktionieren korrekt. Genau diese Differenz beobachten die meisten Fahrer – und genau deshalb gibt es Tachokonverter.

Wie wird die Schräglage berechnet?

Sie wird berechnet, nicht gemessen – und dieser Unterschied ist entscheidend.

Ein Smartphone, das am Lenker mitneigt, kann die Schräglage nicht direkt messen. Es neigt sich mit dem Motorrad mit, sodass der Beschleunigungssensor Schwerkraft und Fliehkraft summiert. Der resultierende Vektor zeigt in einer gleichmäßigen Kurve immer senkrecht durch die Maschine nach unten – derselbe Grund, warum du in der Kurve nicht vom Sitz fällst. Ein Lagesensor am Motorrad misst daher in jeder Kurve nahezu null.

Deshalb berechnen wir den Wert physikalisch. In einer konstanten Kurve ergibt sich die Schräglage aus Tempo und Winkelgeschwindigkeit: tan θ = v·ω / g. Beide Werte stammen aus dem GPS-Signal, ganz ohne Sensor-Sensibilitäten oder zusätzliche Berechtigungen.

Betrachte den Wert als gute Näherung, nicht als Rennsport-Messung. Die GPS-Richtungsbestimmung streut bei niedrigem Tempo, der Wert ist stark geglättet und die Formel setzt eine gleichmäßige Kurvenfahrt voraus. Schnelle Wechselchikanen bildet sie daher nicht ab. Die Anzeige hilft dir zu verstehen, wie viel Schräglage deine Lieblingskurve wirklich erfordert – sie ist jedoch kein Highscore-Board.

Einsatz auf dem Motorrad

Tachokonverter überprüfen

Du hast die Übersetzung geändert oder einen Tachokonverter verbaut? So prüfst du die Einstellung: Fahre auf einer geraden Strecke bei hoher GPS-Genauigkeit (unter ±10 m) konstant Tacho 100, halte das Tempo 15 Sekunden lang und vergleiche beide Werte. Wiederhole das bei 60 und 130 km/h. Ein korrekt eingestellter Konverter zeigt bei allen Geschwindigkeiten dieselbe geringe prozentuale Abweichung.

Häufig gestellte Fragen

Wie stark eilt ein Motorrad-Tacho voraus?

Bei modernen Motorrädern meist 7 bis 10 %, manchmal mehr. Das ist so gewollt und rechtlich zulässig. Der Gesetzgeber erlaubt bis zu 10 % plus 4 km/h Voreilung und verbietet jede Nachhaltung. Hersteller schöpfen diese Toleranz meist weitgehend aus.

Misst mein Smartphone die Schräglage?

Nein, das ist physikalisch auch nicht möglich. Das Smartphone neigt sich mit dem Motorrad mit, weshalb sein Beschleunigungssensor nur die Gesamtkraft erfasst, die stets nach unten durch das Bike wirkt. Wir berechnen die Schräglage stattdessen aus Tempo und Richtungsänderung.

Warum beträgt die Schräglage auf gerader Strecke 0°?

Weil du keine Kurve fährst. Der Wert basiert auf der Richtungsänderung pro Zeit. Ohne Kurve gibt es keine Schräglage. Unterhalb von Schrittgeschwindigkeit bleibt die Anzeige ebenfalls bei null, da GPS-Richtungsdaten dort zu ungenau sind.

Kann ich die App nach einem Übersetzungsumbau nutzen?

Das ist einer der besten Einsatzzwecke. Ein Ändern der Sekundärübersetzung wirkt sich direkt auf die Tachoanzeige aus. Der Vergleich von Tacho- und GPS-Tempo bei verschiedenen Geschwindigkeiten zeigt dir exakt die neue Abweichung.

Beeinträchtigen Lenkervibrationen die Messung?

Die Geschwindigkeitsmessung nicht, da sie auf Satellitendaten basiert und nicht auf Bewegungssensoren. Die Vibrationen belasten jedoch das Smartphone, weshalb du eine gedämpfte Halterung nutzen solltest.